Diablo 2: Resurrected in First Person und VR – zwei Mods machen es möglich
Inhaltsverzeichnis
- Deshalb funktioniert Diablo 2 überhaupt in 3D
- Freie Kamera statt fester Perspektive
- Eine neue Projektion löst das größte Kameraproblem
- Renderdistanz, Zielerfassung und Beleuchtung mussten angepasst werden
- Diese Probleme bestehen weiterhin
- Die frei verfügbare Version läuft nur ungefähr eine Minute
- Ausschließlich für den Offline-Einzelspieler
- Diablo 2: Resurrected lässt sich auch in VR spielen
Diablo 2: Resurrected zeigt Sanktuario normalerweise aus einer festen Perspektive von oben. Die Mod D2R-3D löst diese Kamera und ermöglicht Ansichten, die vom weit entfernten Überblick bis zur Ego-Perspektive reichen. Mit einer weiteren Mod kannst du das Action-Rollenspiel sogar in VR erleben und Waffen sowie Zauber mit deinen eigenen Händen steuern.

Deshalb funktioniert Diablo 2 überhaupt in 3D
Diablo 2: Resurrected sieht wie ein klassisches isometrisches Action-Rollenspiel aus, arbeitet intern aber mit dreidimensionalen Modellen und Weltkoordinaten. Eine virtuelle Kamera projiziert diese Spielwelt auf deinen Bildschirm.
Die normale Ansicht verwendet eine orthografische Projektion. Dabei bleiben Objekte unabhängig von ihrer Entfernung gleich groß. Für die gewohnte Perspektive funktioniert das gut, aus Bodennähe wirken Gegner, Zauber und Umgebung dadurch jedoch unnatürlich.

Auch streng genommen ist die bekannte Darstellung nicht vollständig isometrisch:
- Eine echte isometrische Projektion würde einen Neigungswinkel von rund 35,26 Grad verwenden.
- Diablo 2 setzt stattdessen auf 30 Grad.
- Dieser Winkel ist bei Pixelgrafik üblich, weil quadratische Flächen damit ein sauberes Verhältnis von 2:1 erhalten.
- Diablo 2: Resurrected behielt diesen Winkel für seine 3D-Darstellung bei.
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Freie Kamera statt fester Perspektive
D2R-3D stammt von Paul Emmerich, der die Mod unter dem Namen emmericp veröffentlicht hat. Sie verändert Position, Zoom, Drehung, Neigung und Projektionsart der Kamera.
Die Steuerung funktioniert mit wenigen Tasten:
- F12: Benutzerdefinierte Kamera aktivieren
- Mausrad: Hinein- oder herauszoomen
- Mittlere Maustaste halten und ziehen: Kamera drehen
- Umschalttaste + F12: In der Plugin-Version ausschließlich die Kamera aktivieren
Je nach Einstellung erinnert die Darstellung an ein klassisches Third-Person-Rollenspiel, an World of Warcraft oder sogar an einen Ego-Shooter. Die Kamera lässt sich außerdem weit herausziehen, um größere Teile der Umgebung zu überblicken.
Zurück zur ÜbersichtEine neue Projektion löst das größte Kameraproblem
Der erste Versuch behielt die orthografische Darstellung bei. Dadurch wirkten nahe Gegner übermäßig groß, während Zauber scheinbar vor der Kamera festhingen. Das Ergebnis ähnelte einem extremen Teleobjektiv mit gleichzeitig weitem Sichtfeld.
Für die überarbeitete Fassung ersetzte Emmerich diese Darstellung durch eine perspektivische Projektion mit einem Sichtfeld von 60 Grad. Entfernungen wirken dadurch natürlicher. Die klassische Draufsicht sieht allerdings etwas anders aus als die gewohnte Originalperspektive.
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Renderdistanz, Zielerfassung und Beleuchtung mussten angepasst werden
Die freie Kamera machte mehrere technische Grenzen sichtbar. Diablo 2: Resurrected lädt normalerweise keine Kartenbereiche, die außerhalb der vorgesehenen Ansicht liegen. Die Mod musste deshalb früher Teile der Karte aufdecken und die Entfernung erhöhen, in der Objekte geladen werden.
Dabei stieß der Entwickler auf einen statisch festgelegten Speicherbereich von 12 MiB für gerenderte Objekte. Dieser Puffer wurde vergrößert, damit die höhere Renderdistanz nicht sofort zum Absturz führt.
Auch die Zielerfassung mit der Maus funktionierte aus den ungewohnten Kamerawinkeln nicht richtig. Ursache waren fehlerhafte Raycasting-Berechnungen. Ähnliche Probleme traten bei Schatten und Beleuchtung auf. Eine neu geschriebene Raycasting-Logik machte die Mod weitgehend spielbar, beseitigte aber nicht sämtliche Fehler.
Zurück zur ÜbersichtDiese Probleme bestehen weiterhin
| Bereich | Bekannte Einschränkung |
|---|---|
| Maussteuerung | Manche Gegner und Objekte lassen sich nur schwer anklicken. |
| Höhenunterschiede | Gebiete mit verschieden hohen Ebenen können die Zielerfassung erschweren. |
| Schatten | Einige Schatten verlieren beim Neigen der Kamera ihre Auflösung, verschwinden oder werden falsch dargestellt. |
| Große Entfernung | Entfernte Monster und interaktive Objekte werden nicht geladen. |
| Gegenstandsnamen | Beschriftungen von Gegenständen und Schreinen schweben zu weit über dem Boden. |
| Umgebung | Das Spiel besitzt keinen Himmel für diese Kamerawinkel. |
| Grafikfehler | An einigen Stellen erscheint eine unerklärte sichtbare Linie. |
Das Nachladen entfernter Monster und anklickbarer Objekte wird vom lokalen Server gesteuert. D2R-3D verändert jedoch nur den Client. Diablo 2: Resurrected betreibt diesen lokalen Server auch im Offline-Einzelspieler.
Zurück zur ÜbersichtDie frei verfügbare Version läuft nur ungefähr eine Minute
Die eigenständige Version 0.0.1 erschien am 27. September 2026. Zur Installation werden die EXE- und DLL-Datei direkt in den Ordner von Diablo 2: Resurrected neben D2R.exe kopiert. Anschließend startet d2r-3d.exe die Mod.
Nach etwa 30 Sekunden erscheint eine Meldung zu nicht unterstützter Software. Diese lässt sich zunächst ignorieren, doch ungefähr 30 Sekunden später beendet eine Integritätsprüfung das Spiel. Eine Sitzung dauert deshalb nur rund eine Minute.
Der Quellcode von D2R-3D ist auf GitHub verfügbar und kann mit Bazel selbst kompiliert werden.
Daneben existiert eine Plugin-Fassung ohne das kurze Zeitlimit. Sie besteht aus einem Kamera- und einem Renderdistanz-Plugin, benötigt aber ein geschlossenes Modding-Werkzeug. Emmerich stellt dafür weder fertige Binärdateien noch eine ausführliche Anleitung bereit, da er bestimmte Funktionen dieses Werkzeugs nicht unterstützt.
Getestet wurde D2R-3D vom Entwickler mit der Battle.net-Ausgabe von Diablo 2: Resurrected – Reign of the Warlock. Die Steam-Version war bei seiner Stellungnahme noch nicht getestet. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass die Erweiterung zwingend benötigt wird.
Zurück zur ÜbersichtAusschließlich für den Offline-Einzelspieler
D2R-3D ist ausschließlich für den Einzelspieler vorgesehen. Der Entwickler warnt ausdrücklich davor, die Mod online einzusetzen. Veränderungen am laufenden Spielcode können erkannt werden und möglicherweise zu einer Kontosperre führen.
Zurück zur ÜbersichtDiablo 2: Resurrected lässt sich auch in VR spielen
Mit einer kostenlosen PCVR-Mod kannst du Diablo 2: Resurrected in der Ego-Perspektive und mit vollständiger Bewegungssteuerung spielen. Statt deinen Helden nur über Maus, Tastatur oder Controller zu steuern, führst du Waffen und Zauber mit deinen eigenen Händen.
Die noch nicht fertiggestellte Mod bietet bereits zahlreiche VR-Funktionen:
- Bogen mit beiden Händen spannen und abfeuern
- Nahkampfwaffen durch echte Armbewegungen schwingen
- Über die Schulter greifen, um die Waffe zu wechseln
- Zauber mit der Hand ausrichten
- Skelette gezielt beschwören
- Tränke direkt vom Gürtel nehmen und trinken
- Inventar, Beutetruhe und Händler mit einem Laserpointer bedienen
- Fertigkeiten über ein Zauberrad den Aktionsplätzen zuweisen

Das Spiel läuft weiterhin auf einem Windows-Gaming-PC. Das Bild wird anschließend über Steam Link oder Virtual Desktop auf das VR-Headset übertragen. Du benötigst dafür eine eigene Steam- oder Battle.net-Version von Diablo 2: Resurrected.
Der Installer richtet die Mod passend für Quest 3 und die gewählte Verbindung ein und erstellt die benötigten Steam-Verknüpfungen automatisch. Alternativ können andere SteamVR-Headsets ausgewählt werden. Getestet wurden bislang Quest 3 und Steam Frame. Quest 2 soll denselben Einrichtungsweg verwenden können, wurde bisher aber nicht bestätigt.
Die kostenlose PCVR-Mod für Diablo 2: Resurrected befindet sich noch in Entwicklung.
Auch die PCVR-Mod ist ausschließlich für Offlinecharaktere im Einzelspieler vorgesehen. Eine Verwendung im Onlinemodus kann zu einer Kontosperre führen.
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